2011 in unserer Biografie

“Das reicht ja schon jetzt für einen kompletten Jahresrückblick 2011″, schrieb jemand auf Twitter und bezog sich auf die Ereignisse in Arabien und Japan, die unser Weltbild völlig umkrempeln. Alte Gewissheiten lösen sich plötzlich auf und die Welt ist nicht mehr so ist, wie sie im Zuge der alltäglichen Perspektiven zu sein schien. Natürlich hat man als Mensch immer die Option, per Intellekt ein theoretisches “Was wäre, wenn” in petto zu haben. Aber die Realität sieht immer anders aus. Und dieser muss man sich stellen, auch wenn sie in diesen Tagen nicht besonders schön ist. Geschweige denn übersichtlich - zu viele und widersprüchliche Meldungen machen die Runde. Auch wenn das vielleicht ein Luxusproblem ist, denn die Menschen vor Ort haben noch ganz andere Sorgen.
In jedem Falle sind dies Geschehnisse, die sich auch noch in Jahrzehnten in den individuellen Biografien und im kollektiven Gedächtnis finden werden. Seltsamerweise habe ich das Gefühl, diese Ereignisse werden nicht mehr - so wie beim Fall der Mauer und der Türme des WTC - mit einem Datum benannt werden. Auf den “9. November” und “9/11″ wird wohl eher kein “11. März” folgen. Welchen Namen es haben wird, ob “der große japanische Tsunami” oder der Gau oder einfach nur das Ende der Atomkraft, oder sonst was, das muss sich noch erweisen.

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