Gefälschte Autobiographie

Misha Defonseca hat einen Bestseller (in Belgien und Frankreich) geschrieben, der momentan verfilmt wird. Als Achtjährige sei sie von Belgien nach Polen gewandert, auf der Suche nach ihren von den Nazis verschleppten Eltern, dabei zeitweise von einem Wolfsrudel adoptiert worden, und durch vierjähriges Verstecken in den Wälder sei sie so dem Holocaust entkommen. Alles erfunden, wie sie nun zugibt. Sie beruft sich darauf, dass ihre Eltern tatsächlich verschleppt wurden - sie gehörten dem belgischen Widerstand an - und sie als kleines Mädchen zu Verwandten gebracht wurde. Doch in ihrem Kopf habe sie damals Fantasie und Wirklichkeit vermischt und könne sie jetzt noch kaum auseinanderhalten. Als Biograf weiß ich, wie sehr die Erinnerung trügen kann. Dass man sich aber für eine Jüdin hält, obwohl man keine ist nehme ich nur Lea Rosh ab, und glaubt, man sei von Wölfen adoptiert worden, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Ich denke, die Frau ist sehr geschäftstüchtig, wie auch das hier beweist.

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