Geschichte im AerrDähh

Nun hat auch die ARD ihr Geschichtsmagazin ganz kundenfreundlich um 23.30 Uhr jeden Mittwoch. Der Moderator heißt, glaub ich, Thomas Kausch. Keine Ahnung, und die Rechereche auf www.ard.de, das ja der Ansicht ist, es habe Anrecht auf die Erhebung von Gebühren für neuartige Rundfunkempfangsgeräte, ergibt nichts. Man kann nicht nachschlagen, was gestern lief. Nur das Programm der kommenden Tage. Sehr interaktiv.
Aber um von den derzeitigen inkompetenten Inkompatibilitäten des öffentlich-rechtlichen Fernsehens hinsichtlich des Internets auf das ursprüngliche Thema zurückzukommen: Die Sendung war eigentlich vom Thema her gar nicht mal schlecht: Die Rolle der Frauen im Dritten Reich. Die inhaltliche Umsetzung gut gelungen. Die Zeitzeugen gut präsentiert. Das Originalmaterial prima eingebaut. Bleibt nur zu hoffen, dass Eva Braun Herman die Sendung gesehen hat. Denn die Frauen wurden damals nicht als Mütter geschätzt und vom Regime protegiert, sondern als Gebärende. Arisch Gebärende wohlgemerkt. Jüdische Mütter und ihre kleinen Kinder, die in den Vernichtungslagern ankamen, wurden stets als erste ermordet.
Was mich an der Sendung als solcher penetrant gestört hat, waren die meiner Meinung nach missglückten optischen Schmankerln. Der Moderator stand offenkundig bei seinen Hauptansagen auf einem Laufband. Zumindest marschierte er stets wacker der Kamera entgegen und hatte ein leichtes Schnaufen in seiner Rede. Was sollte uns dies bedeuten. Ein paar Mal war er auch hinter halbtransparenten Einblendungen, z.B. der Titelseite des Völkischen Beobachters, verborgen. Andererseits hat man sich sich beim ZDF ja auch schon an einen dämonisch ausgeleuchteten Guido Knopp gewöhnt. So what.
Was mir bei den Originalaufnahmen von Hitler, Ton wie Bild, wieder einmal extrem aufgefallen ist: Wenn ich diesen Knilch sehe, kriege ich Zustände. Ein lachhafter und eigentlich ziemlich peinlicher Typ (ich bin jetzt mal nicht historisch wie politisch korrekt), also wirklich, wie konnte man darauf hereinfallen? Und doch, wenn man dann nur seine Reden hört - Hitler sprach zwarr ein schlächtess Doitsch - seine Stimme war wohl das eigentliche Machtinstrument, mit dem er die Massen der Deutschen für sich gewann. Warum musste gerade er diese Fähigkeit besitzen? Und zur falschen Zeit am falschen Ort sein.

Ein Kommentar zu “Geschichte im AerrDähh”

  1. biograf.twoday.net
    Dezember 20th, 2007 14:09
    1

    Weihnachtsgeschichte…

    Das neue Historienmagazin der ARD ist ja allerorten verrissen worden, besonders schön vom Kollegen Ronald und auch vom Spiegel. Da ich aber letzterem nicht blind vertraue, habe ich mir gestern die zweite Ausgabe von „Geheimnis Geschichte&#82…

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