Die HIAG

Einen informativen Beitrag zur HIAG, der “Hilfsgemeinschaften auf Gegenseitigkeit der ehemaligen Angehörigen der Waffen-SS”, findet sich hier in der “jungen Welt”. Immerhin mindestens 250.000 ehemalige Angehörige der Waffen-SS lebten nach 1945 in Deutschland, inzwischen sind es naturgemäß weniger geworden (der einzige Neuzugang war wohl G. Grass. . . ). Auch die HIAG hat sich 1992 aufgelöst. Ihre Nachfolgeorganisationen sind oftmals dubioser rechtsradikaler Natur, was ich (sowieso) betrüblich finde. Denn es gibt eigentlich gar nicht soviel Literatur und biografisches Material, wie man angesichts der History-Knoppers meinen könnte. Interessanterweise findet sich diesbezüglich viel mehr in englischsprachigen Foren, die es überdies schaffen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, ohne sich mit verbaler Empörung schmücken zu müssen - und die jeglichen Nazi-Apologeten keine Chance geben. Ich glaube, das ist es, was in der bundesdeutschen Diskussion einfach fehlt. Entweder man schreibt über die NS-Zeit und fühlt sich bemüssigt, in jedem Absatz ein moralisches “Pfui” einbauen zu müssen (natürlich war es Pfui, aber man muss den Leser auch nicht für blöd halten) oder man findet Texte, die im trüben Braunen fischen. Zwischen diesen beiden Polen wird wenig geduldet und gewagt.

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