“Mein Kampf”

Hitlers “Mein Kampf” harrt immer noch einer wissenschaftlichen Edition. Denn das Buch ist in Deutschland verboten. Besser gesagt, die Druckrechte liegen noch (bis 2015) beim bayrischen Finanzministerium. Und das sagt “nein”. Da schwebt wohl die Furcht vor Schlagzeilen wie “Deutschland lässt ´Mein Kampf´ wieder in die Druckerpressen marschieren.” Wie dem auch sei. Das Verbot ist mittlerweile überholt, mein Krampf lässt sich problemlos im Internet herunterladen. Das eigentliche Problem dieses Geschreibsels war und ist eh: Es wird nicht gelesen. Schon damals nicht. Zeitzeugen geben zwar zu, von Hitler und seiner Propaganda geblendet worden zu sein - aber gelesen hat sein Buch keiner. Einer meiner Erzähler zeigte mir die Jubiläumsausgabe von 1939 (da wurde Adi 50), eines der wenigen Dinge, die seine Mutter damals vor den Bomben rettete. Und siehe da: fast 70 Jahre war das Buch - und völlig neu. Nie hatte er drin gelesen, obwohl er, Jahrgang 1923, ein gläubiger Nazi gewesen ist. Ich denke, das ist durchaus repräsentativ.

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