Die Wehrmacht - ein Ferrari?

Nicht nur auf der Mikroebene biografischer Erinnerungen findet sich die Auseinandersetzung mit dem 3. Reich, auch bei den Theorien der Historiker sind immer wieder neue Ansätze erkennbar. Gegen Götz Alys “Volksstaat” und den unsäglichen “willigen Vollstreckern” Daniel Goldhagens setzt der englische Wirtschaftshistoriker Adam Tooze nun die These vom “populären Militarismus”. Dass die Deutschen so willig Hitler in den Abgrund folgten, lag an der Begeisterung für das Symbol, das die Wehrmacht als nationales Prestigeobjekt darstellte. Tooze spricht freilich von einem “Friedensmilitarismus”. Man könne sich ja auch an einem Sportwagen erfreuen, ohne ständig 300 Km/h damit fahren zu müssen. Dachten die Volksgenossen, bis der Führer sie an die Wand fuhr.
Ein Interview mit Tooze findet sich hier. Freilich ist es wohl so, dass der “populäre Militarismus” nur ein Nebenaspekt seiner Forschungsarbeit ist. Tooze untersuchte die Handelsbilanz des 3. Reiches und die sich für die Herrschenden daraus ergebenden Handlungskonsequenzen. Sprich Massenmord.
Nachtrag: Hier ein pointierteres Gespräch mit Tooze.

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