Persönliche Erlebnisse als Quellen der Geschichtsforschung

Über das Leben von einigen tausend Gulag-Häftlingen, die in der SBZ/DDR verhaftet und auch wieder in die DDR entlassen wurden, ist wenig bekannt. Man weiß, dass sie schweigen mussten, mehr nicht. Diese Forschungslücke schließt nun ein lebensgeschichtlich orientiertes Projekt an der Universität Bremen, gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Mehrstündige Interviews und die Auswertung personenbezogener Überlieferungen sollen Fragen beantworten nach dem gesundheitlichen Zustand und möglichen Spätfolgen, nach der Wiederaufnahme in die eigene Familie, nach Zukunftsplänen, Aufstiegschancen und -grenzen. Wer wusste von der Lagerhaft, mit wem sprach man darüber? Gab es Treffen mit Leidensgenossen? Wie war das mit den eigenen Erinnerungen: vergessen zu wollen, aber nicht zu können?Berichte ehemaliger Gulag-Häftlinge, ergänzt durch analytische Aussagen, sendet Deutschlandradio Kultur am 26. April um 19.30 Uhr unter dem Titel “Leben nach dem Gulag”.

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