Biografien-Erfinden, das

Die Wortwarte an der Uni Tübingen ist täglich auf der Suche nach neuen Worten. Heute neu im Angebot: alkaidesk, Hochdopersport und Open-Air-Geburt. Ich habe dann mal, wie es meiner Pflicht entspricht, nach dem Thema Biografie geschaut. Voilá: Biografien-Erfinden, das. Ins Verzeichnis aufgenommen am 9. Juli 2006. Gefunden wurde das Wort von der Süddeutschen Zeitung, die einen “geheimen Briefwechsel in der Musikindustrie” veröffentlichte. Es geht um Stacie Orrico, deren neues Plattenalbum heute herauskommt. Ich kenn das Mädchen nicht, genausowenig wie ihre Musik. Das dürfte wohl genau das Problem umschreiben, dem sich die beiden Musikmanager widmeten: Wie mach ich eine 20jährige Sängerin interessant, die mit 14 ihr erstes Album herausbrachte? Klar, sie braucht eine interessante Biografie. Ähm, worin könnte die bestehen? Grübel. O-Ton: “dritte platte, irgendwas mit erwachsen, eigene weiblichkeit entdeckt? doof: beim thema sex tickt ihre mama gleich aus. … die kleine hat jetzt einen freund, keinen star, eine sandkastenliebe. könnte man über die kulleraugenschiene verkaufen. mama sagt, es gibt n onkel, der ist bei 9/11 gestorben. na, ist das nix?…9/11 geht gar nicht. mal was von short attention span gehört? zielgruppe ist 14-19, die erinnern sich nicht mal an den irakkrieg, obwohl der noch oben in den charts ist:-)))) nein, echt nix politisches, ok? wie wäre die alte ethno-nummer? wie schwarz ist das kätzchen eigentlich?” usw.

Was lernen wir daraus? Es gibt eine Marktlücke!
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