Die schöne Comtesse

Gestern lief die Mär vom ultimativen Film über die Flucht aus Ostpreußen auf Arte. Ich fand sie enttäuschend. Der erste Teil - morgen auf ARD - ist reiner Schmontzes. Da werden Figuren (der Gute, der Böse, der verführte Hitlerjunge etc.) pflichtschuldigst aufgebaut und abgefilmt, bei einem maximalen Kitschfaktor. Die eigentliche Flucht findet im zweiten Teil des Films statt, aber auch hier knallen wieder die Klischees dazwischen, so dass ich langsam vor mich litt, wenn auch nicht aus Trauer um das Elend auf der Leinwand. Oder eigentlich: doch…
Ich werde mir den zweiten Teil aber bestimmt nochmal anschauen, vielleicht wirkt er dann besser als im Kontext des völlig bescheuerten Hollywood-für-Arme-Liebesszenarios.
Und für die ganz Hartgesottenen noch ein TV-Tipp.

Ein Kommentar zu “Die schöne Comtesse”

  1. -> Biografieblog Startseite » Blog Archive » Verschleppte Frauen-> Biografie | Biografie schreiben | Biographische Dienste | Ronald Decker
    November 1st, 2007 17:36
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    […] Ein Kapitel der Geschichte, auf das bisher wenig eingegangen wurde und das da anfängt, wo im TV der schönen Comtesse die Flucht in den Westen gelang: in die Sowjetunion verschleppte Frauen. Gestern wurde ich mit einem solchen Fall konfrontiert, als ich mit meiner Mutter ein altes Fotoalbum durch schaute. Auf einem Bild eine Frau mit zwei Kindern. Es war die Tante meiner Mutter. Auf der Flucht aus Ostpreußen blieb ihr Treck stecken. Sie konnte ihre kleine Tochter einer anderen Frau anvertrauen, die sie sicher nach Berlin zu Verwandten brachte. Meine Großtante selber wurde jedoch von den Russen verschleppt. Lange war sie verschollen, nach einigen Jahren kehrte sie zurück. Mit einem kleinen Sohn, der - um es mal ganz unpassend flappsig auszudrücken - kein Wunschkind gewesen war. Schade dass die Großtante nicht mehr lebt, ihre Geschichte ist verloren (bis auf diesen Beitrag und ein paar Fotos). Aber auch das Schicksal ihres Sohnes als “Russenkind” ist interessant und beleuchtet ein Kapitel der deutschen Geschichte, über das ich schon einmal berichtet habe. Nur eben nicht aus persönlicher “Betroffenheit”. Nun ja, vielleicht lebt er ja noch. Ich muss meine Mutter nochmal fragen, ob sie seinen Namen und seine Anschrift hat. […]

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