“Das Boot” ist tot

Lothar Günther Buchheim ist tot. Der 1918 geborene Schriftsteller, Maler und Kunstsammler hat mit seinem autobiographischen Roman “Das Boot” viel für die Erinnerungskultur getan. Als Kriegsberichterstatter fuhr er auf der U96 mit - und brauchte ein Vierteljahrhundert, bis er über den Schrecken schreiben konnte. Ich habe vor etlichen Jahren bei einem Fest zufällig einen älteren Herren aus Filderstadt kennengelernt, der einen auffälligen Ring trug. Wir kamen ins Gespräch, und tatsächlich war dieser Urschwabe seinerzeit bei den U-Booten. Der Ring war ihr “Abzeichen”. Er hat mir gerne ein paar Dinge aus seiner “Überlebenszeit” erzählt. Im Kontrast dazu habe ich vor etwa fünf Jahren Urlaub in der Bretagne gemacht. Eine französische Gastgeberin schwärmte uns so von dem malerischen Örtchen Lorient vor, dass wir beschlossen es uns anzuschauen. Aber von all den Sehenswürdigkeiten dort hatte sie uns eines verschwiegen: Lorient war ein deutscher U-Boothafen gewesen, davon zeugten in der weiten Bucht unzählige Überreste. Die Stadt selber wurde bei alliierten Bombenangriffen, die eigentlich dem U-Boothafen galten, zerstört.
Hmm, man müsste sich gelegentlich mal schlau machen, was die französischen Kollegen so treiben. Wie sehen dort die Zeitzeugen ihre Vergangenheit? Es waren ja nicht alle in der Résistance. Wo verorten sie sich nachträglich?

Kommentar abgeben:

Sie müssen angemeldet sein um Kommentare abgeben zu können.