Die Autobiografie des Murnat K. in G.

Die erste Autobiografie eines Opfers des “war on terrorism” erscheint bei Rowohlt. Murnat K., von der CIA nach Guantanámo verschleppt, berichtet in seinem Buch, das in Zusammenarbeit mit dem Journalisten Helmut Kuhn entstand, über „Fünf Jahre meines Lebens. Ein Bericht aus Guantánamo“. Erscheinen soll das Buch am 23. April.
Gleichzeitig hat mir heute Andreas Mäckler einen Lesetipp zum Thema Biografie gegeben. In der Berliner Zeitung äußert sich ein Professor. Für Sozialpsychologie. Er leitet außerdem die Forschungsgruppe “Erinnerung und Gedächtnis” am Kulturwissenschaftlichen Institut des Wissenschaftszentrums Nordrhein-Westfalen. Und wenn er dann noch Platz auf seiner Visitenkarte hat, dann diktiert er der Berliner Zeitung Sätze wie: “Aber diese Amateur-Autoren schreiben immer standortbezogen - sie sehen nicht über den Tellerrand hinaus. …Man kann in diesen Texten nichts über Geschichte erfahren, aber etwas darüber, wie die Menschen ihre eigene Vergangenheit verstehen.”
Ich weiß noch nicht,  wie Murnat K. über seinen Tellerrand berichten wird. Aber irgendwie werde ich die Vorstellung nicht los, dass seine Erinnerungen sehr viel über die Gegenwart (also noch nicht vergangene Geschichte) aussagen. Auch wenn er in den fachkundigen Augen eines Professors ein “Laie” ist. Tja, jeder ist der Laie seines eigenen Lebens.

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