Perspektivenwechsel

Meistens schreiben wir Biografen die Lebensgeschichten unserer Auftraggeber aus deren Perspektive. Es dominiert also die Ich-Form. Wie erfrischend ein Perspektivenwechsel sein kann, zeigt Irene Dische in ihrem autobiografischen Roman “Großmama packt aus“. Die Familiengeschichte wird erzählt von der längst verstorbenen Großmutter, aus ihrer allwissenden Position im Jenseits. Natürlich, es ist ein Roman und wieviel Autobiografisches er trotz Namensgleichheit der Personen tatsächlich enthält, bleibt unaufgeklärt. Trotzdem kann uns dieses Buch Mut machen, manchmal auch die vertrauten Stilpfade zu verlassen. Und im übrigen: Irene Dische ist ein großartige Erzählerin - meine nicht nur ich, sondern auch Michael Naumann in der Zeit. Also: Wer noch nicht weiß, womit er sich am kommenden langen Wochenende die Zeit vertreiben soll, auf in die nächste Buchhandlung.

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