Biografie in sechs Wochen?

Irgendwie ungewöhnlich ist die Homepage des werten Kollegen. Nicht nur, dass sie voller Werbung ist (z.B. für Fotobuch.de und Internet-Roulette), er hatte auch noch die nicht unpfiffige Idee, 100 Euro als Prämie für einen vermittelten Kunden auszuloben. Hmm, ehrlich gesagt, damit kann man vielleicht Lieschen Müller ködern, aber unter Kollegen sollte man sich schon prozentual beteiligen. Egal, die meint der werte Kollege ja auch nicht. Da ich mich aus gegebenem Anlass (dazu bald mehr) intensiv mit Biografen-Homepages auseinandersetze (keine Sorge, bin kein Anwalt), sieht man oft eine ähnliche Aufmachung. Die auch allermeistens ganz gut ist. Die einsetzende Professionalisierung des Biografenberufes hat eben ihr positiven Seiten.
Aber, abgesehen von der optischen Anmutung, die eigene Geschäfts-Homepage mit fremder Werbung zu bekleistern, was mich wirklich irritiert hat, sind die Referenzen. Knapp ein dutzend zufriedener Kunden ist natürlich Zeichen für eine erfolgreiche Präsenz am Markt. Noch dazu, wenn die glücklichen Biografiebesitzer von Hamburg über München, Bern, Tunis und New York verteilt wohnen.
Aber eine klitzekleine Frage bohrt schon in mir: Wie schafft er es laut Kunde Gunnar L. aus Elmau, dass “es dann nur sechs Wochen gedauert hat, bis ich mein Buch in Händen hielt”? Ehrlich gesagt, das krieg ich nicht hin. Und ich wollte es auch gar nicht. Ein bisschen Zeit muss sein. Für meinen Erzähler und für das Buch seines Lebens. Denn eine gelungene Biografie ist kein Roulettespiel.

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