Autobiografie auf Krankenschein?

Bin heute wieder mal auf ein obskures Angebot gestoßen. Ein Biograf, der nicht nur mit einem eigenen Stundenlohn unterhalb des offiziellen Existenzminimums wirbt, sondern der auch suggeriert: “Die lebensberatenden Gespräche können evtl. über Ämter abgerechnet werden. In absehbarer Zeit … können die lebensberatenden Gespräche evtl. über die Krankenkasse abgerechnet werden.”
Ich seh schon folgende Szene in deutschen Arztpraxen: “Herr Doktor, mir ist heut so erzählerisch.” “Ah, Sie haben eine Autobiografietis. Da verschreibe ich Ihnen am besten ein Buch.”
Spaß beiseite. Natürlich kann das Erzählen der eigenen Lebensgeschichte eine therapeutische Wirkung haben. Und das ist gut so. Aber den Kunden weismachen, dass die Krankenkasse dafür aufkäme, ist Humbug.

2 Kommentare zu “Autobiografie auf Krankenschein?”

  1. -> Biografieblog Startseite » Blog Archive » Die Deutsche biografische Gesellschaft-> Ronald Decker Biografische Dienste - Biografieblog
    Dezember 22nd, 2006 13:16
    1

    […] Nun denn, hier ist sie. Die Homepage der Deutschen biografischen Gesellschaft. Die DbG trägt dem Bedürfnis vieler Kolleginnen und Kollegen nach einem schlagkräftigen Berufsverband Rechnung, der sich durch demokratische Strukturen und eine homogene Mitgliederstruktur dank strikter Aufnahmekriterien und zuverlässiger Qualitätskriterien auszeichnet. Das heißt: hier gibt es keine Biografie auf Krankenrezept, hier muss der Erzähler auch nicht seinen Grund und Boden verpfänden, damit er seine Biografie bezahlen kann - und die Mitglieder der DbG haben sich einem Kodex der Transparenz und Kundenorientierung verpflichtet. Die Biografienbranche zeichnet sich, wie ich schon des öfteren berichtet habe, durch teilweise wirre Anbieter aus. Davon hat niemand was, weder diejenigen, die sich mit seriöser Biografiearbeit den Lebensunterhalt verdienen, noch die Kunden, die oft nicht wissen, auf wen sie sich einlassen. Dies soll ein Ende haben und so liegt nun die DbG unter dem Tannenbaum der Lebensgeschichten. […]

  2. -> Biografieblog Startseite » Blog Archive » Biograf, nicht vorbestraft, sucht…-> Biografie | Biografie schreiben | Biographische Dienste | Ronald Decker
    Juni 22nd, 2007 12:38
    2

    […] …arme alte Menschen. Da isser wieder, der Kollege mit Autobiografie auf Krankenschein. Hab mir seine neue Homepage angeschaut. Hrhrhr, das mit dem Stundenlohn von 10 Euro muss übrigens nicht sein - als Dank für eine Spende bietet er manche Angebote sogar kostenlos an. Und wenn er dann mal Therapeut ist (quis custodiet custodes?), wird die Biografie unter Umständen als “Lebensberatung” mit Krankenkassen und Ämtern abgerechnet. Die werden sich freuen. Was mich aber am meisten erheitert hat: Kollege rühmt sich mit einem polizeilichen Führungszeugnis ohne Eintragungen. Und einem Gesundheitszeugnis. Nichtraucher isser auch noch, hat aber nach eigenen Angaben Humor. Drum schreibt er auch solche Sachen über sich. […]

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