Archiv für Januar, 2008

Familiengeschichten

Mittwoch, 30. Januar 2008

Nachdem ich gestern wegen einer Biografie mit drei Menschen gesprochen habe, ist mir wieder einmal aufgefallen, dass man dadurch oft mehr über die Familie weiß als die einzelnen Mitglieder. Und das ist nicht unbedingt angenehm. Wie in jedem Beruf muss man sich daher stets eine gewisse Distanz wahren.

68er über 68

Montag, 28. Januar 2008

Einen lesenswerten Überblick über die Literatur von 68ern über die Zeit von 68 bietet Götz Aly in der Berliner Zeitung. Die Quintessenz: “Sie waren der Konfrontation um die NS-Verbrechen ihrer Eltern ausgewichen, suchten stattdessen die Völkermörder in Washington . . . Statt die familiäre Auseinandersetzung zu führen, stellten sie lieber das “System” in Frage.”

Neue Briefbögen

Freitag, 25. Januar 2008

Mein Austritt aus dem Biographiezentrum hat noch einen weiteren Nebeneffekt. Endlich habe ich mir neues Briefpapier bestellt. Das wollte ich schon lange - und schöner ist das neue Design auch. Es entspricht dem Layout meiner Homepage.
Das Biographienzentrum selbst verzeichnet wohl grad einen gewissen Mitgliederschwund, auch andere sind unzufrieden und kommen sich veräppelt vor. Gut für die Briefpapierdrucker….

Der letzte Veteran II

Donnerstag, 24. Januar 2008

Heute hat sich auch der Spiegel des Todes des letzten deutschen Weltkriegsveteranen Erich Kästner angenommen. Drei Wochen nach meinem Blogeintrag beklagt sich der Autor dabei zu recht über die mangelnde Wahrnehmung durch die Medien.
Das hat wohl gewirkt. Grad rief mich eine bekannte Tageszeitung an, in deren Verbreitungsgebiet Erich Kästner wohnte. Nein, nicht Bild, die mit “Krach,bumm,Pängg - so überlebte er die Blutpumpe an der Somme” aufmachen wollen . . .

100 Jahre und ein bisschen weise

Dienstag, 22. Januar 2008

Gestern besuchte ich meine bisher älteste Erzählerin. Sie wird im März 100. Ich empfand es als etwas besonderes, einem Jahrhundert persönlicher Erfahrungen gegenüberzusitzen. Auch sonst ist diese Biografie bemerkenswert. Dazu später mehr.

Wer ist das Biographiezentrum?

Donnerstag, 17. Januar 2008

Ich jedenfalls nicht mehr.
Als gestern bekanntgegeben wurde, dass der Mitgliedsbeitrag verdoppelt werden soll, nutzte ich die Gelegenheit, ein paar Fragen zu stellen, die mir schon eine Weile unklar sind: Wie die Mitgliedsbeiträge verwendet werden, welchen Erfolg das Biozen bei der Kundenvermittlung eigentlich hat und was es mit der Neuausrichtung des Biographiepreises auf sich hat. Außerdem wollte ich schon immer wissen, wer im Förderverein sitzt. Denn das Biozen ist ja kein Verein (hat daher auch weder Satzung noch Kompetenzregelung), die Jahresbeiträge der 55 54 Mitglieder fließen als “freiwillige Spende” (die jetzt unfreiwillig erhöht wird) an besagten Förderverein, der sie dann an das Biozen ausschüttet…
Die Konsequenz meiner Fragen: Andreas Mäckler weigerte sich beharrlich, diese zu beantworten. Warum ein Kassenbericht Top Secret ist, mag verstehen, wer will. Ich wurde aufgefordert, “mit meiner Debatte andere Mitglieder nicht zu belästigen.” Und AM legte mir den Austritt aus dem Biozen nahe. Diesbezüglich waren wir konsensual. Wo Fragen verboten sind, will ich nicht sein.
Es kamen dann noch einige persönliche Statements, die Quintessenz: Andreas Mäckler opfert sich 18 Stunden am Tag auf, um mit dem Biozen Geld zu verdienen. Für “Vereinsmeiereien” habe er da einfach keine Zeit. Außerdem sei er der einzige von uns, der es in die Wikipedia geschafft habe. Noch jetzt ist mein Gesicht ganz grün vor Neid….
Um es mal zusammenzufassen: Das Biographiezentrum ist weder ein Kollektiv, wie der Spiegel in seinem Sonderheft “Biografien” schrieb, noch ein Verein, sondern eine private Veranstaltung zum Zwecke des Geldverdienens. Wer das weiß, kann damit zurechtkommen und von den Brocken, die vom Tisch fallen, profitieren. Aber nur, wenn er keine Fragen stellt.

Aua

Montag, 14. Januar 2008

Quasi als Nachtrag zum “Jahrgang 1926/2″: Ein Blog, das sich als antifaschistisch versteht und anlässlich eines Aktionstags gegen unverurteilte NS-Kriegsverbrecher einen Aufruf veröffentlicht, der mit den Worten schließt: “Bei Glühwein und beim Stollenessen - Kriegsverbrechen nicht vergessen!” Das Satiremagazin Titanic hätte es nicht besser hingekriegt.


Jahrgang 1926/27

Donnerstag, 10. Januar 2008

“Sie sind heute achtzig, sind haltbarer, als ihre Väter es waren und gegenwärtig wird ihre Haltung neu hinterfragt”, schreibt Dieter Lattmann in einem bemerkenswerten Buch, das sich der Initiative von Alfred Neven DuMont verdankt: “Jahrgang 1926/27. Erinnerungen an die Jahre unterm Hakenkreuz”. Dieter Hildebrandt, Hans-Dietrich Genscher, Uta Ranke-Heinemann und 24 weitere Prominente erzählen über ihre Jugend. Aufgewachsen im Dritten Reich, wurden sie erst Flakhelfer, in den letzten beiden Kriegsjahren als Soldat verheizt. Die Anthologie zeigt exemplarisch typische Werdegänge. Gleichzeitig wehren sich die Autoren aber immer wieder gegen die “Arroganz der Nachgeborenen” (Günter de Bruyn), die ihnen Zugehörigkeiten zur NSDAP oder SS vorwerfen. “Die, die uns heute im Prinzip richtigerweise kritisieren, wir hätten nicht alles vorausgesehen und verhindert… erscheinen mir für eine solche Kritik oft alles andere als qualifiziert. Sie vermögen sich weder in die damals … vorherrschenden Realitäten noch in das damalige Denken hineinzuversetzen” urteilt Carl H. Hahn. Als Biograf weiß ich, was er damit meint, auch wenn sich der Historiker in mir manchmal dagegen sträuben will. Dieter Lattmann hat jedenfalls recht: “Anfang und Ende waren bei ihnen verkehrt. Als Kinder und junge Leute mussten sie immerzu Abschied nehmen, im Umbruch der Zeiten und Werte.” Aus den Flakhelfern wurde nach 1945 die “Aufbaugeneration”. Wir sollten sie Bilanz ziehen lassen, ohne überheblich über sie zu urteilen.

Biografieblog - das Original

Montag, 07. Januar 2008

. . . ist das hier.

Letzter deutscher Veteran des 1. Weltkrieges

Samstag, 05. Januar 2008

Am 1. Januar verstarb Erich Kästner, der im März 108 Jahre alt geworden wäre. Kästner, knapp ein Jahr jünger als sein berühmter Namensvetter, war der letzte noch lebende Veteran des 1. Weltkrieges, der in der deutschen Armee gedient hat. Es gibt noch einen weiteren Deutschen, ebenfalls Jahrgang 1900, allerdings diente er in der österreichisch-ungarischen Armee, der in Baden-Württemberg lebt. Insgesamt gibt es noch 18 (verifizierte) Veteranen, um dies zu erfahren, muss man allerdings die englische Wikipedia konsultieren. Bei unserer deutschen Wikipedia werden solche Informationen vermutlich als unwichtig und irrelevant bezeichnet und die betreffenden Artikel gelöscht.