Archiv für Dezember, 2007

Wer zahlt´s?

Mittwoch, 19. Dezember 2007

Eine Anruferin, die eine Autobiografie schreiben lassen will, in der es wohl auch viel um familieninterne Konflikte geht, sagte: “Jetzt spreche ich erstmal mit meinen Kindern. Die MÜSSEN das mitbezahlen, so wie die sich verhalten haben.” Das wird lustig.


Geschichte im AerrDähh

Donnerstag, 13. Dezember 2007

Nun hat auch die ARD ihr Geschichtsmagazin ganz kundenfreundlich um 23.30 Uhr jeden Mittwoch. Der Moderator heißt, glaub ich, Thomas Kausch. Keine Ahnung, und die Rechereche auf www.ard.de, das ja der Ansicht ist, es habe Anrecht auf die Erhebung von Gebühren für neuartige Rundfunkempfangsgeräte, ergibt nichts. Man kann nicht nachschlagen, was gestern lief. Nur das Programm der kommenden Tage. Sehr interaktiv.
Aber um von den derzeitigen inkompetenten Inkompatibilitäten des öffentlich-rechtlichen Fernsehens hinsichtlich des Internets auf das ursprüngliche Thema zurückzukommen: Die Sendung war eigentlich vom Thema her gar nicht mal schlecht: Die Rolle der Frauen im Dritten Reich. Die inhaltliche Umsetzung gut gelungen. Die Zeitzeugen gut präsentiert. Das Originalmaterial prima eingebaut. Bleibt nur zu hoffen, dass Eva Braun Herman die Sendung gesehen hat. Denn die Frauen wurden damals nicht als Mütter geschätzt und vom Regime protegiert, sondern als Gebärende. Arisch Gebärende wohlgemerkt. Jüdische Mütter und ihre kleinen Kinder, die in den Vernichtungslagern ankamen, wurden stets als erste ermordet.
Was mich an der Sendung als solcher penetrant gestört hat, waren die meiner Meinung nach missglückten optischen Schmankerln. Der Moderator stand offenkundig bei seinen Hauptansagen auf einem Laufband. Zumindest marschierte er stets wacker der Kamera entgegen und hatte ein leichtes Schnaufen in seiner Rede. Was sollte uns dies bedeuten. Ein paar Mal war er auch hinter halbtransparenten Einblendungen, z.B. der Titelseite des Völkischen Beobachters, verborgen. Andererseits hat man sich sich beim ZDF ja auch schon an einen dämonisch ausgeleuchteten Guido Knopp gewöhnt. So what.
Was mir bei den Originalaufnahmen von Hitler, Ton wie Bild, wieder einmal extrem aufgefallen ist: Wenn ich diesen Knilch sehe, kriege ich Zustände. Ein lachhafter und eigentlich ziemlich peinlicher Typ (ich bin jetzt mal nicht historisch wie politisch korrekt), also wirklich, wie konnte man darauf hereinfallen? Und doch, wenn man dann nur seine Reden hört - Hitler sprach zwarr ein schlächtess Doitsch - seine Stimme war wohl das eigentliche Machtinstrument, mit dem er die Massen der Deutschen für sich gewann. Warum musste gerade er diese Fähigkeit besitzen? Und zur falschen Zeit am falschen Ort sein.

Die bleierne Kunst

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Jahrhunderte altes Handwerk, heutzutage via Word&Co. zwangsarialisiert: Das Blog eines Druckers. Ich mag dieses Handwerk sehr. In meiner Journalistenzeiten habe ich noch den Klebeumbruch erlebt (und daran gearbeitet, ihn zu überwinden, da er sehr zeitaufwendig für einen Redakteur war. Texte mit dem Skalpell kürzen hat zwar was, aber das Längen konnte schwierig sein). Für meine Bücher habe ich ein Layout entwickelt, mit dem ich ganz zufrieden bin. Wobei ich derzeit etwas neues ausprobiere, es muss ja nicht immer Garamond sein . . .

Professionelle Nachbarn

Montag, 03. Dezember 2007

Als Biograf steht man eigentlich in keiner direkten Konkurrenz zu Genealogen. Ich beschäftige mich mit den Erinnerungen von lebenden Menschen, während Genealogen einen Blick auf die Generationen davor werfen. Vereinfacht ausgedrückt. Aber auch in diesem benachbarten Berufsfeld tummeln sich wohl einige schwarze Schafe. Wie das Ahnenforschungsblog berichtet, hat sich nun auch ein Verband deutschsprachiger Berufsgenealogen gegründet. Das haben wir Biografen letztes Jahr mit der Gründung der Deutschen biografischen Gesellschaft auch schon gmacht. Gratulation an die Kolleginnen und Kollegen aus der Familiengeschichtsforschung!