Archiv für November, 2007

Eigenlob riecht gut

Dienstag, 27. November 2007

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Ghost-Shoppers of the World…

Donnerstag, 22. November 2007

“Ghost-Shopping” heißt, dass man einen als Kunden getarnten Testkäufer losschickt. Beispielsweise kann die Zentrale der großen Metzgereikette “Die beleidigte Bratwurst” einen Ghost-Shopper in ihre Filiale in Königswursterhausen schicken, wo er die Geduld aller Anwesenden mit “und von der Wurst auch noch 30 Gramm” ppp. auf die Probe stellt, um so herauszufinden, ob das Fräulein Landjäger hinter der Theke freundlich und gelassen bleibt.
Auch bei Biografen geht es um die Wurst, man will ja wissen, wie teuer oder billig die Kollegen sind und was sie besser oder schlechter machen. Das ist legitim. Und auch ich habe da so meine Tricks und Kniffe, zu denen aber bestimmt nicht gehört:
- Anrufen, seinen Namen nuscheln und sofort fragen: “Was kostet denn eine Biografie?” Um dann sogleich vor lauter Gier zu sabbern anfangen.
- Anrufen und sagen: “Meine Freundin möchte eine Biografie schreiben lassen”. Dann soll sie doch selbst mit mir reden, bittschön.
- Eine Anfrage per Email, deren Absenderadresse zu eindeutig ist, wie (fiktiv) schreibliesel@xyz.de.

So Leute. Am einfachsten wäre es natürlich, wenn Biografen ihre einheitliche Gebührenordnung hätten, Biogo statt Brago . . . Ist aber nicht so.

Wie gestaltet man eine Biografie?

Dienstag, 20. November 2007

Buchlayout ist nicht jedermanns Sache. Man kann ein Manuskript einfach als (Word-Dokument) an einen Anbieter weitergeben. Meist darf man dabei unter mehreren Layouts wählen, ist aber doch immer begrenzt. Für Leute mit do-it-yourself-Ambitionen ist theoretisch auch Quark-Express 5 geeignet, das seit einigen Monaten quasi kostenlos angeboten wird, bei Pearl zum Preis von 6,90 Euro. Da wundert sich man, wo denn da der Haken sei, schließlich habe das Programm ja mal über 2000 Euro gekostet. Meiner Meinung nach ganz einfach: Quark hatte jahrelang eine Monopolstellung mit ihrem DTP-Programm und deswegen auch schlechten Support und deftige Preise verlangen können. Inzwischen ist aber das Konkurrenzprodukt “Indesign” von Adobe immer mehr auf dem Vormarsch in die Werkhallen der Kreativ- und Werbeindustrie. Da kriegt Quark (zu Recht) wohl kalte Füsse und versucht mit dem kostenlosen Angebot des älteren Quark 5 wieder Boden gut zu machen. Ich denke, das Schnäppchen lohnt sich durchaus, denn das aktuelle Quark 7 kann sooo viel mehr auch nicht, außer Internetkrams. Eines gilt es doch zu bedenken, man muss sich in ein DTP-Programm immer ziemlich hineinarbeiten. Das kann dauern, bis man die Logik kapiert. Ich persönlich nutze es schon jahrelang, daher kann ich einigermaßen damit umgehen. Derzeit sitze ich an einem Buch, das die Geschichte mehrerer Generationen umfasst - von daher ist es reizvoll die beiden Aspekte “Tradition” und “Moderne” auch gestalterisch umzusetzen.

SHRAI-ben zee ess OUF

Montag, 19. November 2007

Gerade über eine Webseite mit Auszügen aus dem “German Phrase Book” gestolpert. Dieses “Phrase Book” wurde am 30. November 1943 vom US-Verteidungsministerium herausgegeben und sollte den GIs eine Verständigung mit Deutschen ermöglichen. Überlebenswichtig natürlich vor allem: “ish bin ah-may-ree-KA-ner” und “nisht SHEE-sen”. Es geht aber auch höflich: “vee GAYT ess ee-nen?” Gut, danke der Nachfrage.
Einem Wunsch aus diesem Handbuch würde ich persönlich aber unter keinen Umständen nachkommen wollen, und zwar: “MA-khen zee kai-na G’SHISH-ten!” No way.

Stauffenberg und die Geschichte

Donnerstag, 15. November 2007

Claus Philipp Maria Schenk Graf von Stauffenberg wäre heute 100 Jahre alt geworden. Sein Attentat auf Hitler musste er mit dem Leben bezahlen. Der Historiker Peter Hoffmann schreibt dazu heute in der Süddeutschen Zeitung: ” . . . Die Verschwörer galten vielen als Verräter, die Alliierten machten sie als opportunistische Putschisten verächtlich. In der deutschen Bevökerung wirkten diese Urteile lange nach. 1994 … fanden in der Bundesrepublik nur 47 Prozent, dass man den 20. Juli 1944 in Ehren halten solle, 44 Prozent erklärten das für nicht angebracht.” Wie kann das sein? Aus den Erzählungen von Zeitzeugen hörte ich beispielsweise, man habe es damals als “feige” empfunden, dass Stauffenberg eine Bombe legte und sich aus dem Staube machte (hätte er Hitler erschossen und wäre dabei umgebracht worden, so wäre dies gemäß diesen Anschauungen aber ehrenhaft gewesen). Ja, die Zeitgebundenheit und die Wertvorstellungen und Normen - im Nachhinein kann man nur den Kopf schütteln, wie man seinerzeit selbigen in den Sand steckte. Aber auch Stauffenberg selbst war ein Kind seiner Zeit. Er begrüßte zuächst den Nationalsozialismus, erst der Krieg (und die Massaker) in Russland machten ihn zum aktiven Gegner Hitlers. Der Erfolg seines Attentates hätte vermutlich Millionen Menschen das Leben gerettet. Wie die Welt und Deutschland heute aussehen würde - wir wissen es nicht.

Wehe, wenn die frontoparietale Region loslegt

Dienstag, 13. November 2007

Nicht immer sind Erinnerungen verlässlich. Es kommt durchaus vor, dass Menschen sich an Geschehnisse erinnern, die überhaupt nicht - oder ganz anders passiert sind.
Wer sich über die wissenschaftlichen Aspekte der Tücken des Gedächtnisses informieren will, findet auf spiegel.de einen Beitrag. Demzufolge werden die korrekten Erinnerungen im “medialen Temporallappen”, in der Gegend der Schläfen, bearbeitet. Falsche Erinnerungen zeigen sich daran, dass die “frontoparietale Region” besonders aktiv ist.

Contergan

Mittwoch, 07. November 2007

Ein interessantes Interview mit dem Regisseur des ARD-Zweiteilers findet sich hier. Anscheinend ist der Film wohl auch sehenswert, da nicht verkitscht. Das Thema selbst liegt mir persönlich nahe, denn meine Mutter erzählte mir schon immer gerne, dass sie seinerzeit während der Schwangerschaft Contergan verschrieben bekommen habe. Das Schlafmittel hat sich aber meine Großmutter unter den Nagel gerissen, da sie so wunderbar davon schlafen konnte. Danke nochmal, Oma.

Vorwort einer Autobiografie

Montag, 05. November 2007

Ein Erzähler hat es sich nicht nehmen lassen, das Vorwort selbst zu formulieren. Gefällt mir sehr gut, vor allem der zweite Absatz . . .

“Aber den Himmel, den möcht ich kennen lernen und genießen. Den auf Erden natürlich. Bevor ich in den übergroßen, über aller Menschen Horizont, gerufen werde. Petrus wird mich dort einlassen wollen. Solche Typen wie mich kann er gewiss gebrauchen. Doch wie soll er auf mich aufmerksam werden unter den vielen, vielen Menschen, von denen so viele schwarzen Schafen ähneln, die Petrus gern an den Teufel abtritt.
Mit einem autobiographischen Buch vielleicht? Im Zusammenwirken mit einem sowohl als Journalist als auch als Historiker bewährten Biographen, halb so alt wie ich? Versuchen wir´s mal. Basta!”

Verschleppte Frauen

Donnerstag, 01. November 2007

Ein Kapitel der Geschichte, auf das bisher wenig eingegangen wurde und das da anfängt, wo im TV der schönen Comtesse die Flucht in den Westen gelang: in die Sowjetunion verschleppte Frauen. Gestern wurde ich mit einem solchen Fall konfrontiert, als ich mit meiner Mutter ein altes Fotoalbum durch schaute. Auf einem Bild eine Frau mit zwei Kindern. Es war die Tante meiner Mutter. Auf der Flucht aus Ostpreußen blieb ihr Treck stecken. Sie konnte ihre kleine Tochter einer anderen Frau anvertrauen, die sie sicher nach Berlin zu Verwandten brachte. Meine Großtante selber wurde jedoch von den Russen verschleppt. Lange war sie verschollen, nach einigen Jahren kehrte sie zurück. Mit einem kleinen Sohn, der - um es mal ganz unpassend flappsig auszudrücken - kein Wunschkind gewesen war. Schade dass die Großtante nicht mehr lebt, ihre Geschichte ist verloren (bis auf diesen Beitrag und ein paar Fotos). Aber auch das Schicksal ihres Sohnes als “Russenkind” ist interessant und beleuchtet ein Kapitel der deutschen Geschichte, über das ich schon einmal berichtet habe. Nur eben nicht aus persönlicher “Betroffenheit”. Nun ja, vielleicht lebt er ja noch. Ich muss meine Mutter nochmal fragen, ob sie seinen Namen und seine Anschrift hat.