Archiv für Juli, 2007

Anke Gebert hisst die Segel

Montag, 30. Juli 2007

Anke Gebert hat es mit dem Cover ihres Buches “Das Treiben” ins Magazin der ZEIT geschafft. Das freut mich sehr, wohl ebenso wie die anderen Kolleginnen und Kollegen von der DbG. Auch wenn es keine Autobiografie ist, sondern “nur” ein Krimi . . . Im Winter geht Anke an Bord der MS Europa - während der Käptn nach Rio schippert, gibt sie Kurse im Autobiografischen Schreiben. Ich wüsst´ da gleich ne Einstiegsfrage: “Wann waren Sie das erste Mal seekrank?”
Achja, und liebe Verlage: Anke und ich haben ein phänomenales Exposé zu einem Sachbuch. Wer will’s nochmal, wer hat noch nicht?

Rochus Misch

Sonntag, 29. Juli 2007

Rochus Misch wird heute 90 und der Spiegel kommt nicht umhin, ihm einen (vermutlich recycelten) Artikel zu widmen. Immerhin ist Misch der letzte überlebende Zeitzeuge des Hitlerschen Selbstmordes im “Führerbunker”. Oder, wie der Spiegel titelt: “Des Teufels Leibwächter”. Interessant ist, dass nun endlich seine Autobiografie im Herbst diesen Jahres erscheinen soll. Hier in Deutschland. Denn bereits im letzten Jahr kam sie in Frankreich auf den Markt, geschrieben von Nicolas Bourcier, der für “Le Monde” arbeitet. Tja, jetzt kehrt wohl auch im Biografiebtrieb die Globalisierung ein…

Ein Tag im Leben eines Biografen

Donnerstag, 26. Juli 2007

. . . “Da werd ich meinen Mann noch stupfen. Es ist allerhöchste Zeit mit der Familiengeschichte anzufangen.”
. . . “Ich möchte meine Lebensgeschichte verfassen. Das schreibe ich selber auf Papier.”
. . . “Ich habe eine psychische Erkrankung und kein Geld, können Sie einen Verlag für meine Geschichte finden?

“Fachredakteur” vs. “Autobiografiker”

Dienstag, 24. Juli 2007

Ein Kollege sucht nun Fachredakteure in freier Mitarbeit, die in der Erstellung von Biografien eingesetzt werden sollen. Hm, ein durchaus löblicher Ansatz zur Professionalisierung. Nur, wo bitte gibt es denn Fachredakteure für Autobiografien in Deutschland? Vermutlich will er so einen neuen Titel gegen den des “Autobiografikers” stellen. Wegen mir gerne.

Abitreff

Montag, 23. Juli 2007

So ein Abiturtreff nach 25 Jahren ist wirklich eine Zeitreise. Frühere Generationen haben es vielleicht insofern besser, als sie kontinuierlich im gleichen Klassenverband steckten. Unsereins war ja auch ein bisschen Opfer der damaligen Reformwut. Wir wurden in der Grundschule mit Mengenlehre traktiert und in der 12. und 13. Klasse dann in ein Kurssystem verwickelt, das den richtigen Zusammenhalt nicht unbedingt förderte. Aber wir ham uns prächtig amüsiert. Damals und jetzt wieder.

Späte Gerechtigkeit…

Dienstag, 17. Juli 2007

heißt ein Blog aus Tübingen, das sich mit Naziverbreche(r)n auseinandersetzt. Interessant, wer so alles in Tübingen lebte.

“Mein Kampf”

Dienstag, 17. Juli 2007

Hitlers “Mein Kampf” harrt immer noch einer wissenschaftlichen Edition. Denn das Buch ist in Deutschland verboten. Besser gesagt, die Druckrechte liegen noch (bis 2015) beim bayrischen Finanzministerium. Und das sagt “nein”. Da schwebt wohl die Furcht vor Schlagzeilen wie “Deutschland lässt ´Mein Kampf´ wieder in die Druckerpressen marschieren.” Wie dem auch sei. Das Verbot ist mittlerweile überholt, mein Krampf lässt sich problemlos im Internet herunterladen. Das eigentliche Problem dieses Geschreibsels war und ist eh: Es wird nicht gelesen. Schon damals nicht. Zeitzeugen geben zwar zu, von Hitler und seiner Propaganda geblendet worden zu sein - aber gelesen hat sein Buch keiner. Einer meiner Erzähler zeigte mir die Jubiläumsausgabe von 1939 (da wurde Adi 50), eines der wenigen Dinge, die seine Mutter damals vor den Bomben rettete. Und siehe da: fast 70 Jahre war das Buch - und völlig neu. Nie hatte er drin gelesen, obwohl er, Jahrgang 1923, ein gläubiger Nazi gewesen ist. Ich denke, das ist durchaus repräsentativ.

Mindmap und Biografie

Montag, 16. Juli 2007

Mindmaps, um hier mal wieder praktische Arbeitstipps zu geben, sind eine wunderbare Methode, um die Irrungen und Wirrungen eines zunächst unbekannten Lebens zu erfassen und so letztlich einen roten Faden - oder zumindest eine Übersicht - zu bekommen. Es gibt sie als Freeware (einfach mal googeln), oder auch als kommerzielle Programme.

Muss man dabei gewesen sein?

Freitag, 13. Juli 2007

Eine Frage, die grad wieder in den Feuilletons grassiert - und die dazu noch wichtig ist. Die zwei Standpunkte hier und hier. Da ist zum einen Rolf Hochhuth, der die Generation der 40-Jährigen als Teil der “Nation der Denunzianten” beschimpft. Sie würden alle Jahre wieder eine Treibjagd - diesmal auf Walser, Lenz & Co. - veranstalten, ohne sich in die damaligen Zeitumstände hineinzuversetzen. Auf der anderen Seite die Replik, dass die Generation 40+ die erste ist, die sich mit den Erzählungen der Kriegs(kinder)generation auseinandersetzt. WIR sind die zuhörende Generation. Denn, Zitat Ina Hartwig in der FR: “Es ist fast schon ein bundesrepublikanischer Mythos, dass die Achtundsechziger ihre Väter und Mütter mit den Verbrechen der Nazis (also den teilweise eigenen) konfrontiert hätten.” Wir sind ja eher die Enkelgeneration, da ist die Lage einfach immer entspannter.

Godwins Gesetz

Donnerstag, 12. Juli 2007

Noch nie gehört? Ich auch nicht. Aber es belegt eine Zwangsläufigkeit, die jedem schon einmal aufgefallen sein muss. Bei langen Diskussionen wird unausweichlich irgendeiner irgendwann einen Nazivergleich oder einen Vergleich mit Hitler einbringen. Also, ich finde diese These von Mike Godwin ja schon sehr totalitär…