Im Biographiezentrum tut sich grad viel, Andreas Mäckler versucht, den Mitgliedern einige praktische Nützlichkeiten für ihre Arbeit anzubieten - und sie zur Mitarbeit (unter seiner Führung) anzuregen. Was kein Zuckerschlecken ist, denn das Engagement ist nur sporadisch vorhanden. Andreas´ Initiative verdient also Anerkennung und Respekt.
Andererseits hat das Biographiezentrum einen Pferdefuß, und zwar von Geburt an. Seine Struktur, über die ich mich hier lieber nicht öffentlich en detail auslasse, ist ganz auf einen (oder zwei) Macher zugeschnitten. Damit kann man leben, aber immer wieder stellt sich heraus, dass die Transparenz der Entscheidungen etwas auf der Strecke bleibt. Jüngstes Kind dieser Prozesse ist die Gründung des “Verlages des Biographiezentrums”. Vielleicht hat mich eine diesbezügliche Information nicht erreicht, vielleicht merken meine Mit-Mitglieder auch nicht so richtig, was das mit sich bringt. Auf den ersten Blick denkt man “Au prima, da kann ich meine Biographien dann ja mit einem richtigen Verlag im Hintergrund anbieten und muss mich nicht mehr um Druck&Co kümmern.” Nur sehe ich ein Dilemmma. Es liegt schon in der Präambel des Verlags:
“Wir verpflichten uns zur Kostentransparenz unseren Kunden gegenüber und bieten unsere Produktionsleistungen zu marktüblichen Preisen im PoD- und Ghostwriting-Sektor an, die zumeist auf einem Stundensatz von EUR 40,- bis EUR 60,- liegen. Dr. Mäckler, der Leiter des Biographiezentrums, berechnet für Beratung und Gutachten biographischer Projekte, die nicht mit dem Biographiezentrum in Zusammenhang stehen, EUR 100,- pro Arbeitsstunde. Erstgespräche sind selbstverständlich immer kostenfrei, ebenso die ausführliche, persönliche Beratung des Kunden im Zusammenhang mit einer Produktion im Biographiezentrum.”
Das heißt, Andreas Mäckler sammelt die Aufträge ein und verteilt sie dann. Aber wie? Vermutlich zunächst einmal je nach regionaler Nähe. Hat ihn ein Kunde angerufen und Andreas sagt ihm, welches Mitglied in seiner Nähe sitzt (was der Kunde auch selbst ganz einfach über die Homepage des Biographiezentrums heruasfinden könnte). Kommt dabei ein Auftrag zustande, so bittet das Biographiezentrum um eine Provision des Biographen. Wer damit nicht einverstanden ist, wird halt künftig nicht mehr als Biograph empfohlen. Okay, klingt zunächst eigentlich fair, aber ein paar Hundert Euro für einen Telefonanruf kassieren, bei dem man dem Kunden auf der Homepage zeigt, wo er klicken muss? Na gut, bleibt einem ja immer noch was übrig. Aber mich irritiert das schon, zumal ich die Kosten für die Buchherstellung schon in meinen Preisen drin habe. Nun tritt hier, vorgeblich in meinem Namen, ein Verlag auf, der eigene Preise anbietet. Was der Verlag mir nun Vorteile bieten soll, weiß ich nicht, dass er aber dazu dient, mehr Kunden ans Biographienzentrum zu binden, ist eindeutig. Nur: cui bono?