Archiv für Dezember, 2006

Dem Blogger seine Oma

Samstag, 09. Dezember 2006

Bin grad über das Blog “Nutzloses Wissen” gestolpert. Und was find ich da? Eine Hommage auf Oma, die nicht nur kochen kann, sondern die auch eine Biografie hat, die den Enkel fasziniert. Er wundert sich, ” wie anders und fremd diese Welt vor 60 Jahren noch war.” Kann ich gut verstehen, geht mir auch so. Meine Oma war Jahrgang 1900, als Mädchen floh sie während des 1. Weltkrieges ein erstes Mal vor den Russen, 30 Jahre später noch einmal. Neben diesen zwei Fluchten und zwei Kriegen hat sie zwei Geldentwertungen und vier verschiedene politische Systeme in Deutschland erlebt. Als sie 1980 starb, hatte niemand den Gedanken gehabt, ihr Leben und ihre Erinnerungen zu Papier zu bringen. Es reut mich heute noch.

Kritzel, kritzel, schreib, schreib

Donnerstag, 07. Dezember 2006

Heute wäre Erika Fuchs 100 Jahre alt geworden. Eingefleischte Donaldisten wissen, von wem ich spreche. Erika Fuchs gab Donald Duck die deutsche Sprache, ähm, räusper, kreisch: Sie hat sie neu erfunden, und letztes Jahr, schluchz, heul, starb sie im gesegneten Alter, schnief. Neben dem “Erikativ” – kopfkratz, nachdenk, grübel –  stammt unter anderem auch der Spruch “Dem Ingeniör ist nichts zu schwör” aus der Feder der Duck-Übersetzerin.

Neues von der Biografienfabrik

Dienstag, 05. Dezember 2006

Katrin R. aus B. und die ihr in franchiselichen Beziehungen verbundenen “Autobiografiker” wollen anscheinend ihre Beziehungen neu regeln: Sie haben im November einen Beirat gewählt. Die Satzung solle sich an den Richtlinien des Deutschen Franchise-Verbandes orientieren. Ziel der Einführung sei “die Wahrung der Interessen und Belange der Franchise-Partner, die bei Fragen von grundsätzlicher Bedeutung und bei wichtigen Sachentscheidungen über den Beirat eingebunden sein sollen. Der jetzt gewählte Beirat besteht aus vier Franchise-Nehmern sowie Katrin Rohnstock als Vertreterin der Geschäftsführung.”
Immerhin, nach fünf Jahren Franchising will man nun auch die Richtlinien beachten. Erst im Oktober hat Frau R. ja ihre Franchisegebühren gesenkt. Jetzt braucht man erst mal schlappe 5000 Euro hinlegen, die restlichen 5000 können abgestottert werden. Was kommt als nächstes? Preistransparenz dem Kunden gegenüber? Wir warten gespannt.

Lesetipp

Montag, 04. Dezember 2006

Spekulative Literatur über die Anfänge des Christentums á la Sakrileg bommt ja im Moment. Wer sich wirklich über den Stand der Forschung in der Sache Jesus informieren will, hat jetzt Gelegenheit dazu. Der Bibelforscher und Archäologe James D. Tabor interpretiert in seinem Buch “Die Jesus Dynastie” das Leben Jesu radikal neu. Letztendlich führt das auch zu einer völlig neuen Sichtweise der Geschichte des Christentums.
Das Buch referiert wissenschaftlich präzise den Stand der Forschung, liefert eine aufschlussreiche Biografie und ist gleichzeitig viel spannender als alle fiktiven Thriller, die es zu diesem Thema gibt.

Ich kann diese “etwas andere” Biografie jedem empfehlen, der wissen will, was sich hinter dem Schleier jahrhundertelanger Mythen tatsächlich verbirgt. Auch für Kirchenkritiker oder “Ungläubige” eine spannende Literatur.

Das Erwachen der Redakteure

Samstag, 02. Dezember 2006

Find ich gut: In der Samstagsausgabe des Schwäbischen Tagblatts war eine Seite mit “Lebensgeschichte” paginiert. Vorgestellt wurde die Autobiografie eines Rumänendeutschen, der 1945 aus russischer Haft ausbüxte und sich nach Deutschland durchschlug. Außerdem ging es um einen Experten für Wanderungen auf der Schwäbischen Alb. Man sieht, das Thema “Biografie” gewinnt immer mehr an öffentlichem Interesse.